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Newsletter Ukraine 14

Liebe Leser*innen,

Anfang Woche sah die Welt bestürzt auf die Horrorszenarien in Butscha, wo nach dem Abzug der russischen Truppen zahlreiche tote Zivilist*innen auf den Strassen aufgefunden wurden. Mittlerweile haben sich die G7-Staaten dazu geäussert, die Kriegsverbrechen als solche benannt und Putin dazu aufgefordert, sofort jegliche militärischen Streitmächte und Infrastruktur aus der Ukraine zurück zu ziehen. Die USA haben neue Sanktionen verhängt, die sich gegen die Töchter Putins und zwei grosse russische Banken richten. Auch die EU überlegt sich weitere Massnahmen wie beispielsweise einen Importstopp russischer Kohle. Die grössten Hebel, das Erdgas und das schwarze Gold (Erdöl), welche für 36% von Russlands Staatseinnahmen verantwortlich sind, werden weiterhin nicht angetastet. Zu sehr fürchtet man sich vor Verlusten. Dabei wäre nun der perfekte Moment, um endlich massiv in nachhaltige Energiegewinnung zu investieren. Das würde nicht nur zukünftige Kriege um Rohstoffe verhindern, sondern auch die durch fossile Energieträger angetriebene Klimakrise, die unseren Planeten zerstört und unzählige Menschen in Lebensgefahr bringt, massgeblich abbremsen. Es bleibt zu hoffen, dass die reichen Länder des Westens ihre historische und unmittelbare Verantwortung wahrnehmen. Klimaschutz bedeutet auch Kriegsprävention.

Inmitten des Kriegstreibens mag es einem so vorkommen, als würde die Zeit plötzlich stillstehen und alles andere pausieren. Den zahlreichen Leihmüttern in ukrainischen Bunkern geht es jedoch nicht so. Kinder kommen weiterhin zur Welt – und erleben als Erstes ein notdürftiges Lager und stete Bombardierung und Explosionen. In der Ukraine gab es vor dem Krieg ein boomendes Business für kommerzielle Leihmutterschaft. Leihmütter und Neugeborene sind nun in Städten wie Mariupol, das nach wie vor unter Belagerung steht, gefangen. Umso wichtiger, dass die humanitären Korridore zur Evakuierung von Zivilist*innen, die immer wieder versprochen werden, endlich umgesetzt werden!

Die Nato hingegen hat sich dazu entschieden, deutlich mehr Waffen in die Ukraine zu liefern. Die GSoA verurteilt diese Entscheidung: Mehr Waffen führen zu einer weiteren Eskalation des Krieges, führen zu mehr zivilen Todesopfern und verlängern den Konflikt! Stattdessen sollten russisches Erdöl und Erdgas sanktioniert werden, Verhandlungen intensiviert werden und der Zivilbevölkerung mehr Schutz geboten werden durch Unterstützung vor Ort.